Stets voran!

Text und Musik:  Rehwald
Interpretation:  Rehwald, Silk und Nayelle

Strophe:
D – A – Em – G
D – A – Em – G,  A

Refrain: 
|: D – Em – G – A  :|

Vierzehn Jahre war ich gewesen,
als mein Vater mit dem Besen
von Haus und Hof mich weggekehrt;
er hat sich um mich einen Dreck geschehrt.

Und das nur, weil ich den Nachbarsjungen
erschlagen hab und versteckt im Brunnen;
das hatte aber seinen guten Grund,
der Bengel hielt nämlich nicht seinen Mund.

Gemeinsam hatten wir in der letzten Nacht,
den Feinschmied um sein Gold gebracht;
doch als es ans Verteilen kam,
da war´s zu Ende mit dem guten Plan.

Der Raffzahn wollt´ die Hälfte haben,
er drohte mir, sonst auszusagen;
da hab ich uns mit Leichtigkeit,
von dem Goldproblem befreit.

Stets voran, stets voran!
Fuß für Fuß solang man kann.
In die Ferne hin zum Morgen,
Gestern soll uns heut nicht sorgen.

So wurde mir der Straßenstaub
im Folgejahre recht vertraut;
das Gold war schon in der vierten Nacht
bereits zu Wein und Weib gemacht.

Nun  mittellos, musst´ ich bald seh´n:
ist draußen schwer nur zu bestehn.
Drei Jahre zog ich übers Land,
dann trat ich in den Handwerksstand.

Nach Glücksspiel, Diebsstahl, Kuppelei
versucht´ ich mich in Schreinerei;
Zwar war das Leben so recht schön,
doch viel zu früh galts aufzustehen.

Und als ich nach einem Saufgelag,
in die Werkstatt ging am Nachmittag,
Da fand den Meister ich voll Zorn;
In gutem Willen bot ich ihm vom Korn.

Doch er warf die Flasche kurzerhand
Über die Esse an die Wand;
Sein Haus und Stall, die brannten nieder
und ich fand mich auf der Straße wieder.

Refrain

Nun war ich schon in Hohengrund,
da kehrt´ ich ein beim Kugelrund;
das war ein Schankwirt, weitbekannt,
wo feines Volk nur sich einfand.

Musik und Bier gabs ohne Geld
sogar die Huren freigestellt;
da dacht´ ich mir: hier wirst du bleiben,
hier ist das Ende deiner Reisen.

Doch es kam wie´s kommen muss,
irgendwann war Ladenschluss;
ein Großer brüllte: „Alle raus!“,
und dann brach das Chaos aus.

Denn darüber kams zum Streit,
der wurde zur Handgreiflichkeit;
Messer, Bänke, Gäste flogen,
ein jeder wurd hinein gezogen.

Und nach zwei kurzen Augenblicken
stand ich in der Leichen mitten;
da dacht´ ich mir: sieht ganz gut aus;
die Beutel mit und nichts wie raus!

Refrain

Nach diesem kleinen Zwischenfall,
da suchte  man mich überall;
so schrieb ich mich ein beim bunten Haufen
um mir die Freiheit zu erkaufen.

Dort saß man zumeist beim Würfelspiel
man sang und lachte und trank viel,
Doch rückte das Fähnlein in das Feld,
da dacht´ ich mir: bin ich ein Held?

Nein, nein, nein, nein, nein, nein , nein,
Nein, nein, nein, das muss nicht sein.
Nein, nein, nein, nein, nein, nein , nein,
Nein, nein, nein, das muss nicht sein.

Nun galt ich auch als Deserteur
doch störte das niemanden sehr;
denn meinem Fähnlein war´s beschieden,
dass sie vollständig aufgerieben.

Refrain

Was soll ich sagen, es ist vorbei;
ihr seht: ich kehrte auf die Straße heim.
für euch, für mich gilt lebenslang:
Fuß für Fuß und stets voran!

Und fragst Du mich, mein hübsches Kind,
warum mein Kopf nicht am Galgen schwingt;
“solch Strophe“, sag‘ ich dann zu Dir,
“verbleibt der Nachwelt zum Plaisir.“

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